DIE REGION

Der erste Rebstock des Bolgheri Sassicaia wurde 1944
in Castiglioncello di Bolgheri in Ostausrichtung und auf einer Höhe von 400 m. ü. M. gepflanzt.

 

 

 

 

Geographie und Klima

Das Anbaugebiet verläuft parallel zu den Stränden der toskanischen Küste in der Provinz Livorno, im Gemeindegebiet von Castagneto Carducci. Im Osten schützen die Colline Metallifere (Metallberge) hinter Bolgheri und Castagneto die Weinberge vor den Winden im Winter. Im Sommer dagegen weht durch diesen Korridor zwischen den Tälern des Flusses Cecina im Norden und dem Flüsschen Cornia im Süden eine erfrischende Brise.  Früher hieß es, dass man nahe dem Meer keine großen Weine anbauen könne. Deswegen wurde der erste Weinberg des Bolgheri Sassicaia erst 1944 in östlicher Ausrichtung, auf einer Höhe von 400 m ü. M. in Castiglioncello di Bolgheri angelegt. Heute weiß man, dass gerade die Nähe zum Meer große Weine ergibt. Die besten Weingärten liegen alle am Fuße der Hügel, in der Ebene zwischen Bolgheri und dem südlichen Gebiet von Castagneto. Der Wind vom Meer und die ausreichenden Temperaturschwankungen im August und September lassen alle Qualitätskomponenten der Trauben, den Zuckergehalt, die Polyphenole und die Aromen langsam und gleichmäßig reifen und ergeben einen hohen Säuregehalt für die Erzeugung ausgewogener und frischer Weine. Das Mikroklima von Bolgheri zeichnet sich durch starkes Licht aus: Neben der direkten Sonneneinstrahlung, wirkt das Meer im Westen gleichsam als lichtreflektierender Spiegel.
Die jährliche Durchschnittstemperatur beträgt etwa 14°C, d.h. 18,6°C von April bis September, 7,5°C von Dezember bis Januar und 24°C im August. Die jährliche durchschnittliche Regenmenge beträgt etwa 600 mm, wobei die Niederschläge statistisch gut verteilt sind: reichlich während des Pflanzenwachstums, wenige häufige während der Reifung der Trauben und erneut reichlich nach der Lese. Am trockensten ist es im Juli.

Geologie

Die Böden von Bolgheri weisen auf einer relativ kleinen Fläche eine große Verschiedenartigkeit auf.
Es gibt Schwemmböden mit runden Kieselsteinen, die von ehemals bestehenden Wasserläufen hierher getragen wurden. Der Name Sassicaia geht auf diese Charakteristik zurück. Es gibt ehemals marine Böden mit äolischem Sand, Kalk- und Lehmböden. Außerdem Vulkangestein der im Osten gelegenen Colline Metallifere. Es gibt also lehmige, lehmig-sandige oder sandig-lehmige, lehmig-schlammige oder vollständig sandige Böden. Die Wasserreserven und die Nährstoffelemente sind demnach von Zone zu Zone unterschiedlich. Diese Böden sind auf unterschiedlich hohen Terrassen angeordnet, so dass dank der allgemeinen Struktur die Feuchtigkeit in der Tiefe erhalten und diese in Trockenzeiten verfügbar gemacht werden. Es gibt drei große Bereiche: die Hügel, die Zwischenzone und die Zone nahe dem Meer. Auf den Hügeln befinden sich die ältesten Anlandungen. Das kieselhaltige Schwemmland zeichnet sich durch einen guten Anteil von Eisenoxid aus. Weiter unten vermischen sich jüngere Flusssedimente in westlicher Richtung mit marinen Sedimenten.

Weinberg und Rebstöcke

Die Stockdichte der Weinberge ist sehr variabel. die ältesten Weinberge haben eine Stockdichte von 5500 bis 6000 pro Hektar, während man in einigen jüngeren Weinbergen auf bis zu 10 000 Stöcke pro Hektar kommt.  Die meisten neu angelegten Weingärten haben eine Stockdichte von etwa 6500 pro Hektar. Als Reberziehungssystem wird vorwiegend die Kordon-Erziehung genutzt, doch finden sich auch Guyot und sogar Gobelet. Die wichtigsten Rebsorten sind natürlich die, deren Prädestination von Anfang an von den ersten Betrieben in Bolgheri genutzt wurde. Es handelt sich um Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc und Merlot. Seit nunmehr zwanzig Jahren durchgeführte Versuche belegten das große Potential anderer Rebsorten, darunter Syrah und Petit Verdot. Unter den Weißweinen wird derzeit der Vermentino am meisten angebaut. Der Sauvignon Blanc ergibt qualitativ hochwertige Weine und findet sich häufig gemeinsam mit dem Viognier.

 

 

 

 

Zurück